13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi

Action/Drama, USA 2016

Sicherheitsleute streifen durch das verrohte Libyen

Hollywoodfilme über US-Militäreinsätze sind stets eine Annäherung an das reale Kriegsgrauen. Der Zuschauer wird ins visuelle Gemetzel hineingezogen - teilweise bis jenseits der Schmerzgrenze. Der Krieg, so die Botschaft, ist kein cineastischer Kinosessel-Genuss, sondern unendliches Leiden. Mit "13 Hours - The Secret Soldiers of Benghazi" knüpft nun Kinoexperte Michael Bay an diese Tradition an.

Schon einmal machte sich Bay an die Darstellung einer Kriegsgeschichte auf der Kinoleinwand. Der hoch dosierte US-Patriotismus in "Pearl Harbour" (2001) konnte manch nüchternem Betrachter doch etwas auf den Magen schlagen. Auch in "13 Hours" geht es um die Verteidigung amerikanischer Tugenden und den Kampf gegen das Böse in Libyen, hier nachdem ein islamistischer Mob das US-Konsulat in Bengasi erstürmt hat. Das Motto des Films auf dem Kinoplakat: "Als alles schiefging, hatten sechs Männer den Mut, das Richtige zu tun."

Protagonisten des Films sind sechs Sicherheitsleute, die zunächst nur eine CIA-Anlage schützen sollen. Als das in der Nähe befindliche Konsulat überrannt wird, machen sie sich auf den Weg, den Botschafter in Sicherheit zu bringen. "Keiner von euch muss mitkommen, aber außer uns kann niemand helfen", sagt ihr Anführer. Selbstredend kommen alle mit auf ihre Heldenmission, die - titelgebend - 13 Stunden dauert. John Krasinski ("The Office") spielt eine der Hauptrollen.

In "Black Hawk Down" irrten US-Amerikaner schwer bewaffnet durch Somalias Hauptstadt Mogadischu. Ridley Scott gelang ein packender Einblick in das Chaos eines gescheiterten Staats, in dem die USA den Überblick verlieren. In "13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi" ist der Plot ähnlich: Hehre Absichten, die mit dem Besuch des US-Botschafters einhergehen, zerbrechen an der Realität. Libyen ist auch nach dem Sturz von Gaddafi weit entfernt vom Frieden, mehrere Milizen stehen sich verfeindet gegenüber.

Ein Land, das völlig verroht und chaotisch ist - das ist die Grundlage für Bays Leinwandgeschichte. Traurig, blutig und sehr, sehr laut.

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