127 Hours

Abenteuer/Drama, USA/GB 2010
Beklemmender Film über US-Kletterer

Beklemmender Film über US-Kletterer

Selten gibt es spannende Filme mit einem quasi immobilen Leinwandhelden: Als eingeklemmter Kletterer kämpft James Franco in "127 Hours" jedoch brillant ums Überleben. Der Streifen von Danny Boyle ("Slumdog Millionaire"), der auf einer wahren Begebenheit basiert, ist für sechs Oscars nominiert, u.a. für "Bester Film" und "Bester Hauptdarsteller".

Fünf Tage lang hoffte der amerikanische Kletterer Aron Ralston in einem schmalen Canyon im Nationalpark von Utah auf Rettung. Bei einer Solotour im Frühjahr 2003 hatte sich ein tonnenschwerer Felsbrocken gelöst, ihm die rechte Hand zerschmettert und sie eingeklemmt. Er fror, hungerte, trank seinen eigenen Urin, verlor 18 Kilogramm Körpergewicht, halluzinierte und nahm auf seiner digitalen Videokamera Abschiedsbotschaften an Freunde und Familie auf. Er war sich sicher, dass er sterben würde. Schließlich griff er zu einer drastischen Maßnahme. Er brach sich selbst den Unterarmknochen und durchtrennte mit einem stumpfen Taschenmesser Muskeln, Sehnen und Fleisch.

Schonungslos beschrieb er zwei Jahre später die Tortur in seinen Buch "Im Canyon - Fünf Tage und Nächte bis zur schwierigsten Entscheidung meines Lebens". Nun gibt es den Film dazu, eine persönliche und am Ende blutige Überlebensstory. Eigentlich wollte Ralston seine Grenzerfahrung als Dokumentation auf die Leinwand bringen, doch der preisgekrönte "Slumdog Millionär"-Regisseur Danny Boyle konnte ihn umstimmen. Nach seinem Oscar-Triumph mit acht Trophäen für sein bewegendes Drama in den indischen Slums, machte der britische Filmemacher Boyle in Hollywood Geld für "127 Hours" locker - 127 Stunden saß Ralston in der düsteren Felsspalte fest. Schwieriger Stoff für einen fesselnden Spielfilm, doch mit James Franco als Hauptdarsteller und einer ideenreichen visuellen Umsetzung gelingt Boyle das fast Unmögliche.

93 Minuten lang schaut man gebannt hin, am Ende vielleicht mit der Hand vor den Augen, wenn das stumpfe Messer unter die Haut geht. Mit schnellem Tempo geht es los: erst auf dem Mountainbike, dann zu Fuß rast Franco durch die rote Canyon-Landschaft. Dabei trifft er auf zwei junge Wanderinnen, die er mit seiner unbändigen Energie anzieht. Ihre Wege trennen sich wieder. Wenig später nimmt seine Kletterpartie mit einem Ausrutscher und einem riesigen Felsbrocken ein abruptes Ende. Ohne Tricks drehte die Filmcrew in der Schlucht, um so das beklemmende Gefühl von totaler Eingeschlossenheit zu vermitteln.

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