Reportage-Reihe
Stereo
Der Maler Otto Dix fand die Halbinsel Höri "zum Kotzen schön". "Das sagte man damals halt so", versucht Jan Dix das Urteil seines Vaters über Höri abzumildern. "Zum Kotzen schön, das heißt so viel wie: kaum auszuhalten, so schön." Otto Dix hatte es in der Nazizeit in den letzten Winkel des Reichs, an die Grenze zur Schweiz, verschlagen. Sein Sohn Jan Dix wohnt heute nicht weit vom Elternhaus entfernt, das längst ein kleines Museum zu Ehren des Malers geworden ist. Berühmt wurde Höri auch durch Hermann Hesse oder Erich Heckel und viele weiteren Künstler, die in der Abgeschiedenheit ihre Ruhe suchten. Der Fleck entlang des Seeufers, zwischen Radolfzell und Stein am Rhein, hinkt noch heute der Zeit ein wenig hinterher. Die Halbinsel Höri ist ländlich, die Landschaft von Bauern und Gemüsegärtnern geprägt. Es gibt etwas, das am Bodensee selten ist: Ruhe.
Erich Sch