Nacktschnecken

/ , A 2003
Nacktschnecken

Drei Grazer Ex-Studenten wollen mit einem selbstgedrehten Pornofilm zu Sex, Spaß und Geld kommen: Ficken vor der Kamera ist jedoch harte Arbeit. Ihr Unvermögen erweist sich als Stolperschein. "Nacktschnecken" ist die erste Zusammenarbeit von Regisseur Michael Glawogger und dem Grazer "Theater am Bahnhof".

Das Leben dreier Grazer Ex-Studenten abseits vom Universitätsbetrieb. Johann (Raimund Walisch) jobbt bei der Post. Manchmal verschickt er anonyme Liebesbriefe an verheiratete Frauen. Motto: Das Frühstück im Morgenmantel. Abgesehen davon gibt es nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten für Johanns sexuelle Gelüste. Seine Freundin hat ihn längst verlassen.

Max (Michael Ostrowski) träumt von revolutionären Werbeideen, die doch nie verwirklicht werden. Ein quirliger Quälgeist, der außer langen Vorträgen zum Zustand der Zivilisation nicht viel zuwege bringt. Auch Max hängt sexuell in der Luft. Außerdem ist er insgeheim in Mao verliebt. Mao (Pia Hierzegger) ist die geborene Checkerin. Eigentlich will sie Filme machen, aber im Moment hält sie sich mit kleinen Drogendeals über Wasser. Nichts Aufregendes, nur was zum Kiffen. Das meiste geht ohnehin für den Hausgebrauch drauf.

Schorsch (Georg Friedrich) gehört zu Maos Stammkunden. Ein kleiner Zuhälter, der sich für was Größeres hält. Er bringt Mao auf eine Idee. "A Video, verstehst. Studenten und Studentinnen. So Sex und so. Technisch gor net aufwendig. So wie jeder halt so filmt im Urlaub. Oba schon richtig." Ein Pornofilm. Zuerst lehnt Mao entrüstet ab. Aber dann denkt sie nach. "Das gibt es doch net, dass du net a paar Burschn kennst, die nur pudern im Schädel haben", hat Schorsch gesagt. Stimmt schon. Mao kennt solche Burschen. Johann und Max.

3000 Euro für den Anfang und jede Menge Rauchwaren für die Spesen, hat Schorsch versprochen. Weil Maos Eltern (Mike Supanicic und Brigitte Kren), Althippies mit Geld, in den Urlaub fahren, steht ihr Haus am Land leer. Die perfekte Location. Es gibt nur ein Problem: "Mit wem sollen wir dort eigentlich pudern?"

Ficken vor der Kamera ist harte Arbeit. Erst recht, wenn man kein Profi ist. Schon am ersten Drehtag tauchen gruppendymanische Probleme auf. Auch die Natur schlägt erbarmungslos zu. Der Garten ist voller Nacktschnecken. Bevor die nicht weg sind, legt sich keine der Darstellerinnen ins Gras. Und ausgezogen schon gar nicht.

Wie die Tiere - das könnte die Lösung sein. Gruppensex nachts im Garten. Während die fünf frei von allen Zwängen durch die Beete kugeln, läuft die Kamera auf Hochtouren. Endlich haben sie einen Film. Allerdings kommt nun auch der Unterschied zwischen Liebe und Ficken zum Vorschein. Wer nackt ist, hat nichts mehr zu verbergen. Schorsch zieht seine Pistole. Showdown. Das Ende ist nah. Fragt sich nur welches.


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