Fräulein Phyllis

/ , A 2004
Fräulein Phyllis

Die schwarze Komödie "Fräulein Phyllis" von Clemens Schönborn mit Sophie Rois in der Hauptrolle, eine Produktion der Linzer Fischer Film, ist im Programm des Moskauer Filmfests vertreten. Leicht ist es nicht, sich Hanekes Klavierspielerin als Komödie vorzustellen. Aber wenn, dann könnte sie aussehen, wie Fräulein Phyllis.

Phyllis, eine rothaarige Frau um die vierzig, lebt noch immer mit ihrer Mutter. Ihre Mutter sagt, dass sie mal richtig vergewaltigt werden müsste. Henry hat einen Schock. Seitdem er sie kennt, hat er über sein Leben völlig die Kontrolle verloren. Alle anderen halten sie einfach nur für krank. Sie scheint nie richtig erwachsen geworden zu sein, spielt ihr Spiel mit der Umgebung, inszeniert kleine Szenen und amüsiert sich über die Gefühle der anderen.

Mit der übermächtigen Mutter verbindet sie eine Hassliebe, die sie auslebt, indem sie mal deren Kleider auf der Straße verschenkt, mal erzählt, die Mutter leide an Unterleibskrebs, Endstadium und "faule durch die Matratze". Phyllis scheint ohne Ziel im Leben und doch erreicht sie auf ihrem Zickzackkurs letztlich, was sie will. Eine schwarze Komödie über die Sehnsucht nach der Katastrophe und das Recht auf Faulheit.

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