Berlinale 2012: Die Gewinner

·Berlinale Tag 9: Kreischkonzert für Robert Pattinson
·Berlinale Tag 8: Sprachtalent Birgit Minichmayr.
·Berlinale Tag 7: Softie Antonio Banderas.
·Berlinale Tag 6: Ehrenbär für Meryl Streep.
·Berlinale Tag 5: Ex-Buhlschaft als Bärenanwärterin.
·Berlinale Tag 4: Schwere Filmkost mit Clive Owen und Isabelle Huppert.
Nach 10 Festivaltagen ist es so weit: die 62. Filmfestspiele von Berlin sind Geschichte. In einer glanzvollen Gala wurden Samstagabend im Berlinale Palast von der Jury rund um die britische Regielegende Mike Leigh und Hollywoodstar Jake Gyllenhaal die Trophäen eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt vergeben. Die Überraschung des Abends: der Goldene Bär für den besten Film, der an Cesare deve morire (Cäsar muss sterben) ging.
In der italienischen Feature-Dokumentation (der von den meisten Kritikern lediglich eine Außenseiterchance eingeräumt wurde) begleiten die beiden italienischen Kultregisseure Paolo und Vittorio Taviani die Insassen eines Hochsicherheitstraktes, die ein Shakespearestück einstudieren. Beste Schauspieler (ebenfalls zur Überraschung vieler): der dänische Jungschauspieler Mikkel Boe Folsgaard (Der Leibarzt des Königs), sowie Rachel Mwanza (Rebelle) aus dem Kongo. Mit erst 15 Jahren ist die Laiendarstellerin, die in dem afrikanischen Film eine Kindersoldatin spielt und einst selbst auf der Straße lebte, die jüngste Bärengewinnerin aller Zeiten.
Immerhin zumindest der Silberne Bär für die beste Regie ging an einen der haushohen Favoriten: Christian Petzold für sein stilles und berührendes DDR-Drama Barbara. Bei der Entgegennahme seines Preises konnte Petzold dann nicht verbergen, dass er weit lieber hinter der Kamera steht, als davor. So rief der Regisseur sichtlich nervös den Satz Ich freu mich unglaublich. Das ist ein Hammer! ins Mikro, während Barbara Hauptdarstellerin und Ex-Buhlschaft Nina Hoss mit Tränen der Rührung in den Augen im Saal saß. Gleich darauf verließ der Deutsche fast schon fluchtartig das Rednerpult, machte plötzlich halt, drehte sich verwirrt zum Publikum um und sagte: Ach Scheiße, das hätte ich jetzt auch noch auf Englisch sagen müssen, oder? Na auch egal...
Schön, wenn auch die Großen der Filmbranche noch Nerven zeigen und so wichtige Preisvergaben wie jene der Bären nicht zu einem perfekt choreographierten Hollywood-Event machen. Mit einer der Gründe, warum die kommenden 355 Tage bis zur Berlinale 2013 nicht schnell genug vergehen können...
Sandra Wobrazek











