Venedig Tag 8: Ben Affleck glaubt an sich

·Venedig Tag 7:
Stars ganz entspannt
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 6: Phoenix-Doku Fake?
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 5: Tarantino und der verlorene Vater
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 4: Stephen Dorff erobert den Lido
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 3: die Schöne und...
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 2: Stars
& die Bodyguards
TV-MEDIA live aus Venedig
·Venedig Tag 1 Hollywood am Lido
TV-MDIA live aus Venedig
·Großer Filmreigen am Lido ist gestartet
"Black Swan" eröffnete Filmfestival von Venedig
PS-starke Luxusschlitten, Drogen, käufliche Liebe, eine Karriere als Rapper. Welch mannigfaltige Freizeitmöglichkeiten es für gelangweilte Hollywoodstars gibt, wird einem dieser Tage bei den 67. Filmfestspielen von Venedig in gleich zwei Filmen (Sofia Coppolas Somewhere und Casey Afflecks I´m Still Here) beeindruckend vor Augen geführt. Doch es gibt noch eine weitere Art sich die Zeit zu vertreiben, wenn einem so gar nichts mehr einfällt: im Regiestuhl Platz zu nehmen.
Ein Wunsch, der bei Familie Affleck genetisch bedingt zu sein scheint. Denn nach Casey, 35, stellte jetzt auch sein großer Bruder Ben seinen neuen Film am Lido vor. In The Town portraitiert der 38-Jährige das Leben eines professionellen Bankräubers, der sich in eine Bankangestellte verliebt. Ich möchte den Hintergrund der Menschen aus dem Bostoner Stadtteil Charlestown zeigen. Keinesfalls soll mein Film Räuber und ihre Taten glorifizieren, so Affleck, der mit The Town ein über weite Strecken oberflächliches Gangster-Drama abliefert.
Mangelndes Selbstvertrauen kann man dem Mimen dabei nicht nachsagen. Denn Affleck hat nicht nur das Drehbuch verfasst, sondern auch gleich die Hauptrolle mit sich selbst besetzt. Doch im Gegensatz zu Co-Star Jeremy Renner (The Hurt Locker) überzeugt Affleck (bereits fünf Mal für die Goldene Himbeere als schlechtester Schauspieler nominiert) nicht gerade durch darstellerische Tiefe. Hinzu kommt: aus der Thematik von The Town (Charlestown gilt als Bankräuber-Schmiede der USA) hätte ein talentierter Regisseur einen filmischen Oscaranwärter machen können.
Somit klarer Gewinner im Affleck-Vergleich: Casey. Der wird nach seiner genialen Phoenix-Fake-Doku derweil als neuer Regiestar Hollywoods gehandelt. Wohl der Grund dafür, dass Ben sich weigerte, ein Interview-Junket zu The Town abzuhalten ¬ und die Pressekonferenz nach deren Ende fluchtartig verließ. Vielleicht sollte Herr Affleck darüber nachdenken, sich einen anderen Zeitvertreib als Regieführen zu suchen, zumal sein Hauptberuf als Schauspieler für den Erwerb Goldener Himbeeren auszureichen scheint.
Sandra Wobrazek, Venedig











