Venedig Tag 3 Die Schöne und...

Der Preis für das schrägste und sympathischste Leinwandcouple der 67. Filmfestspiele von Venedig wird hiermit (und in Überzeugung, dass in den nächsten neun Tagen nichts Vergleichbares mehr kommt) schon jetzt verliehen: an Jessica Alba und Danny Trejo.
Die Jungschauspielerin und der Independent-Star geben in Robert Rodriguez trashiger (von den Kritikern teils begeistert, teils entsetzt aufgenommener) Blut-Orgie Machete ein Ermittlerpaar im Kampf gegen populistische Rechts-Politiker.
Am Red Carpet wirkte der 66-Jährige Ex-Profiboxer neben seiner elfengleichen Filmpartnerin, 29, freilich mehr wie Albas Bodyguard, als ein leading man Hollywoods. Zumal eine bewegte Vergangenheit Trejo verbrachte wegen Drogenbesitzes und bewaffnetem Raubüberfall 11 Jahre hinter Gittern an Gesicht und Körper ihre Spuren hinterlassen haben. Diese zu verstecken liegt jedoch offensichtlich nicht in der Natur des Schauspielers: Beim Photocall entblößte er seinen Oberkörper und präsentierte eines seiner zahlreichen (Häfen-)Tattoos.
Beim tv-media Doppelinterview mit Jessica Alba bewies Trejo (der sich in seiner Freizeit als Anti-Drogenberater für Teenager engagiert), dass in einer harten Schale letztendlich doch immer ein weicher Kern steckt: der Mime mit dem Furchengesicht und dem markanten Schnauzbart rückte seiner Kollegin den Stuhl zurecht, bestellte Kaffee und machte Alba dermaßen viele Komplimente, dass die Schauspielerin vor Verlegenheit errötete.
Im Gegensatz zu anderen Kolleginnen ihrer Liga zeigte jedoch auch Alba ihre bodenständige Seite, trug während des Interviews Lipgloss auf (Sorry, aber ich bin gerade erst am Flughafen angekommen und da war keine Zeit fürs Schminken) und plauderte allürenfrei über ihr Leben mit Tochter Honor Marie, 2: Sie hat meine Perspektive aufs Filmgeschäft verändert. Es geht mir nicht mehr um die Karriere. Ich will Filme mit Substanz machen. Dabei streute Alba ihrem Filmpartner Rosen: An seinen drehfreien Tagen kam Dany ans Set, brachte uns Kaffe und Kuchen. Er ist der netteste Mensch, den man sich vorstellen kann. Worte, die man entgegen der gängigen Hollywood-Floskeln im Fall von Mister Trejo einfach einmal glauben muss.
Sandra Wobrazek, Venedig











